Werte und Safer Space
Unsere Arbeit basiert auf Solidarität, Intersektionalität und dem Abbau von Diskriminierung. Der Safer Space setzt diese Werte praktisch um – mit Leitlinien, Awareness-Team und klaren Prozessen.
Unsere Werte und Sicht auf Neurodivergenz
Auf unseren Werten bauen wir unsere Community auf. Sie sind der Kompass für unsere Entscheidungen, leiten unser Handeln und machen den Safer Space erst möglich – ein Raum, in dem wir uns gegenseitig stärken und unterstützen.
Unsere drei Grundwerte
Solidarität
Solidarität bedeutet für uns gegenseitige Unterstützung. Wir teilen Ressourcen, helfen einander bei Schwierigkeiten und schaffen Räume, in denen jede*r mit den eigenen Bedürfnissen willkommen ist.
Anti-Diskriminierung
Wir setzen uns gegen alle Formen von Diskriminierung ein und wir verstehen uns als feministisch, queer-freundlich, anti-rassistisch, anti-ableistisch und anti-klassistisch (nicht abschliessende Liste).
Intersektionalität
Intersektionalität bedeutet, dass sich Diskriminierungen nicht einfach addieren, sondern aufeinander einwirken und sich gegenseitig verstärken können. Dadurch erleben Menschen Ungleichbehandlung auf unterschiedliche und komplexe Weise – etwa durch die Überschneidung von Geschlecht, Herkunft, Hautfarbe, Behinderung, sozio-ökonomischem
Hintergrund oder sexueller Orientierung.
Wir erkennen an, dass wir alle von verschiedenen Formen von Diskriminierung betroffen sein können und diese Erfahrungen vielfältig sind. Wir wissen aber auch, dass wir alle gleichzeitig von bestimmten Privilegien und Unterdrückungssystemen profitieren können.
Unsere Sicht auf Neurodivergenzen
Wir haben uns Gedanken zu einigen zentralen Themen gemacht, die für unsere Community wichtig sind. Unsere Haltung dazu ist stets wertfrei und respektvoll.
Gleichwertigkeit aller Neurotypen
Wir erkennen an, dass Neurodivergenzen weder Fehler noch Superpower (z.B. Aspie-Supremacy) sind, sondern wertneutral sind und neurologische Diversität ausmachen. Neurodivergenzen kommen mit Stärken und Schwächen und können beeinträchtigen und/oder behindern.
Diagnosen
Uns ist bewusst, dass es ein Privileg ist, eine Diagnose erhalten zu können. Nicht alle haben Zugang zu einer psychiatrischen Abklärung, oder sie fallen durch das fehlerhafte diagnostische System. Für einige neurodivergente Menschen sind Diagnosen hilfreich, andere lehnen sie ab.
Medikation
Wir erkennen an, dass Medikamente für einige Menschen hilfreich sind und für andere nicht. Wir bewerten Menschen nicht, weil sie sich für oder gegen Medikation entschieden haben.
Wissenschaftlichkeit
Wir beachten, dass wir nicht alle wissenschaftliche Expert*innen sind zum Thema Neurodivergenz und erkennen gleichzeitig an, dass Wissenschaft von aktuellen Machtstrukturen beeinflusst ist und somit nicht alle Erfahrungen korrekt oder überhaupt abbildet. Machen wir wissenschaftliche Aussagen, so geben wir uns Mühe, diese gut zu belegen.
Selbsterfahrung
Machen wir Aussagen über Selbsterfahrungen, so kennzeichnen wir diese als solche und erkennen an, dass wir alle Expert*innen sind bezüglich unserer eigenen Erfahrung.
So schaffen wir einen Safer Space
Ein Safer Space ist ein Raum, in dem sich alle Teilnehmenden sicher, respektiert und willkommen fühlen können. Hier zeigen wir, wie wir das konkret umsetzen – vom Awareness-Team über klare Abläufe bis hin zu Rückzugsräumen und inklusiven Tools.
Awareness-Team an Events
An allen Community-Events – und möglichst auch an öffentlichen Events – ist ein Awareness-Team von mindestens zwei geschulten Personen vor Ort.
Diese Ansprechpersonen:
- stehen allen Teilnehmenden unterstützend zur Seite,
- werden zu Beginn vorgestellt,
- sind während und nach dem Event erreichbar,
- erhalten regelmässige Schulungen, um ihre Rolle kompetent ausführen zu können.
Werde Teil unseres Awareness-Teams!
Du musst nichts organisieren, sondern nur an einer Einführung teilnehmen. So trägst du dazu bei, dass unsere Events weiterhin sichere Orte für alle bleiben. Bei Interesse melde dich gerne bei den Leiterinnen der Event AG, Charis und Andrea.
Klare und transparente Eventabläufe
Unsere Events folgen klaren, gut durchdachten Abläufen, die für alle Teilnehmenden einsehbar sind. Sie bieten Orientierung und Sicherheit, ohne den spontanen, gemütlichen Charakter unserer Events einzuschränken. So wissen alle, was wann passiert und was von ihnen erwartet wird, während gleichzeitig Raum für persönliche Bedürfnisse und Flexibilität bleibt. Mehr zu unseren Eventformaten→
Medizinische Notfälle
Teilnehmende werden ermutigt, das Awareness-Team über medizinische Besonderheiten zu informieren, z. B. häufige Dissoziationen oder Epipen-Einsatz. So kann das Team im Notfall angemessen reagieren.
Rückzugsräume und inklusive Tools
An unseren Community-Events gibt es Rückzugsräume, in denen Teilnehmende sich bei Reizüberflutung zurückziehen, entspannen und zur Ruhe kommen können. Zum Beispiel beim Znacht gibt es einen speziellen Raum («Ellacuría»), in dem Schweigen herrscht, damit jede Person in ihrem eigenen Tempo herunterfahren kann.
Zudem liegen Stimming-Tools und Conversation-Starter-Cards aus, die frei genutzt werden können. Die Nutzung ist völlig freiwillig – sie sollen Teilnehmenden ermöglichen, sich auszudrücken, sich wohlzufühlen oder leichter ins Gespräch zu kommen. So schaffen wir einen inklusiven Raum, in dem jede*r sich selbst sein kann.

Grundwerte und Sicht auf Neurodivergenz
Die Grundwerte des Vereins sowie unsere Sicht auf Neurodivergenzen bilden die Basis für unseren Safer Space. Die aktive Teilhabe an Events setzt voraus, dass diese Werte respektiert werden – nur so können wir eine Umgebung schaffen, in der sich alle wohlfühlen.
Verhaltenskodex
Um das Wohlbefinden aller sicherzustellen, haben wir einen Verhaltenskodex, der regelt, wie wir uns bei Veranstaltungen verhalten. Alle Teilnehmenden tragen Verantwortung, diesen einzuhalten. Verstösse können durch den Vorstand nach einem Stufenverfahren geahndet werden.
